Die Windrichtung wirkt einfach, bis ein Pfeil, eine Abkürzung oder eine Gradzahl die entscheidende Frage aufwirft: Woher kommt die Luft und wohin zieht sie? In der Meteorologie wird Wind nach seiner Herkunft benannt. Nordwind kommt aus Norden und weht nach Süden; Nordwestwind kommt aus Nordwesten und zieht ungefähr nach Südosten.
Dieser Ratgeber erklärt allgemeine Konventionen und ist keine aktuelle Warnung. Vor windabhängigen Aktivitäten sind die amtliche Vorhersage und geltende Warnungen maßgeblich.
Grundregel: Der Name bezeichnet die Herkunft
Richtung und Geschwindigkeit sind getrennte Größen. „West, 20 km/h“ bedeutet, dass Luft aus Westen anströmt. Für die praktische Bewertung muss die Richtung mit Mittelwind und Böen kombiniert werden. Die Beaufortskala ordnet Windstärke und typische Wirkungen ein.
Himmelsrichtungen und Grad
Die Winkel werden vom Norden aus im Uhrzeigersinn gezählt: 0° oder 360° ist Nord, 90° Ost, 180° Süd und 270° West.
| Richtung | Kürzel | Bereich |
|---|---|---|
| Nord | N | 337,5°–22,5° |
| Nordost | NO | 22,5°–67,5° |
| Ost | O | 67,5°–112,5° |
| Südost | SO | 112,5°–157,5° |
| Süd | S | 157,5°–202,5° |
| Südwest | SW | 202,5°–247,5° |
| West | W | 247,5°–292,5° |
| Nordwest | NW | 292,5°–337,5° |
Internationale Darstellungen nutzen teilweise englische Kürzel. Die Gradzahl bleibt eindeutig: 315° entspricht Nordwest.
Wohin zeigt der Pfeil?
Websites und Apps verwenden nicht immer dieselbe grafische Logik. Manche Pfeile zeigen die Bewegungsrichtung, andere ähneln einer Windfahne und markieren die Herkunft. Verlasse dich deshalb nicht nur auf die Pfeilspitze. Prüfe die Legende und gleiche das Symbol mit Buchstaben oder Gradzahl ab. Bei NW oder 315° kommt der Wind aus Nordwest.
Mittlere Richtung, Drehungen und variabler Wind
Eine Vorhersage fasst ein Gebiet und einen Zeitraum zusammen. Gebäude, Täler, Hänge und Küstenformen können die lokale Strömung umlenken. Dreht der Wind, ändert sich seine Herkunft. Häufige Schwankungen über einen breiten Bereich können als variabel oder VRB erscheinen; das bedeutet nicht automatisch Windstille.
Auch der zeitliche Verlauf zählt. Ein Wechsel von West auf Nord am Nachmittag kann wichtiger sein als der Ausgangswert. An der Küste ist Ostwind nur dort auflandig, wo das Meer östlich des Standorts liegt.
Praktische Beispiele
- NW 25 km/h, Böen 45: Luft kommt aus Nordwest und zieht ungefähr nach Südost; Böen sind kurzzeitige Spitzen.
- O 90°: Wind aus Osten. Ob er auf- oder ablandig ist, entscheidet die Ausrichtung der Küste.
- VRB 10 km/h: wechselnde Richtung bei messbarem Wind, nicht zwingend Flaute.
Checkliste vor dem Start
- Ort, Datum und Zeitraum prüfen.
- Herkunft aus Kürzel oder Gradzahl lesen.
- Pfeillegende kontrollieren.
- Richtung, Mittelwind und Böen zusammen bewerten.
- Erwartete Drehungen und Gelände berücksichtigen.
- An der Küste Wellen, Gezeiten und Seewarnungen ergänzen.
- Aktuelle amtliche Warnungen haben Vorrang.
