In der Vorhersage stehen 25 km/h Wind und Böen von 50 km/h. Das sind keine widersprüchlichen Prognosen: Eine Zahl fasst den Wind über einen Zeitraum zusammen, die andere beschreibt seine Spitzen. Zum Verständnis brauchen Sie beide Angaben sowie Ort, Zeit und Einheit.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information. Er meldet keine aktuellen Warnungen und sagt kein konkretes Ereignis voraus. Alle Zahlen in den Beispielen sind fiktiv.
Was unterscheidet mittleren Wind und Böen?
Mittlerer Wind ist ein Durchschnitt; eine Böe ist eine kurze Geschwindigkeitszunahme. Bei den Messungen des Met Office entspricht die Böengeschwindigkeit dem höchsten Drei-Sekunden-Mittel.
Davon zu unterscheiden ist der Zeitraum, in dem dieses Maximum gesucht wird. Bei AEMETs stündlichen Beobachtungen bezieht sich der Wind auf die vorhergehenden zehn Minuten, die maximale Böe auf die vorhergehenden sechzig Minuten. Verwechseln Sie die Spitzendauer nicht mit dem Berichtszeitraum.
Eine Böe von 50 km/h bedeutet daher nicht, dass der Wind die ganze Stunde mit 50 km/h weht. Ebenso wenig herrschen in der übrigen Zeit genau 25 km/h. Der Mittelwert beschreibt nicht jede einzelne Zu- und Abnahme.
Zwei Vorhersagen im Vergleich
| Fiktives Beispiel | Mittlerer Wind | Maximale Böe |
|---|---|---|
| Situation A | 25 km/h | 50 km/h |
| Situation B | 40 km/h | 50 km/h |
Das Maximum ist gleich, doch der Mittelwert liegt bei B um 15 km/h höher. Wer nur Böen betrachtet, übersieht diesen Unterschied. Wer nur den Mittelwert von A betrachtet, übersieht, dass die Spitzen das Doppelte erreichen.
Das Verhältnis 50 ÷ 25 = 2 dient hier dem Zahlenvergleich, nicht der Schadensberechnung oder der Festlegung einer Sicherheitsgrenze. Die Angaben verraten auch nicht, wie viele Böen auftreten, in welcher Minute oder wie lange jede dauert. Lesen Sie aus einer Zusammenfassung keinen Verlauf heraus, den sie nicht enthält.
Einheiten und Richtung: zwei schnelle Prüfungen
Vergleichen Sie Apps erst nach Umrechnung auf dieselbe Einheit: 1 m/s entspricht 3,6 km/h. Somit sind 10 m/s gleich 36 km/h und 15 m/s gleich 54 km/h. 15 m/s ist mehr als 40 km/h, obwohl die Zahl 15 kleiner aussieht.
Die benannte Windrichtung bezeichnet die Herkunft: Westwind kommt aus Westen. Für Pfeile ist die Legende des Anbieters maßgeblich; das Met Office erläutert seine Symbole und Zeiträume. Raten Sie nicht, was ein einzelner Pfeil bedeutet.
Die Vorhersage vor dem Aufbruch prüfen
- Bezeichnung lesen: mittlerer Wind, vorhergesagte Böe oder beobachtetes Maximum? Eine vergangene Messung ist keine Vorhersage.
- Zeitraum prüfen: Eine Tagesböe und ein Stundenmittel fassen nicht dasselbe zusammen.
- Denselben Ort vergleichen: Notieren Sie Gemeinde, Standort oder Station; vermischen Sie nicht unbemerkt Werte verschiedener Orte.
- Die ganze Aktivität berücksichtigen: Prüfen Sie die Rückkehrzeit ebenso wie den Aufbruch.
- Offizielle Warnung öffnen: Beachten Sie Ereignis, Gebiet, Gültigkeit und einschlägige Anweisungen.
Planen Sie beispielsweise einen Spaziergang von 10:00 bis 13:00 Uhr, beantwortet ein Screenshot für 10:00 Uhr nicht, was in allen drei Stunden erwartet wird. Dies ist eine Prüfung der Angaben, keine Freigabe für die Aktivität.
Ab welcher Geschwindigkeit wird Wind gefährlich?
Keine einzelne Zahl garantiert Sicherheit für jede Aktivität. AEMET unterscheidet meteorologische Gefahr und Risiko, das auch von Exposition und Verletzlichkeit abhängt. Lesen Sie die Warnhinweise und die aktuellen Warnungen für Spanien.
Bei starkem Wind empfiehlt der Zivilschutz, Fenster und lose Gegenstände zu sichern und Abstand zu herabfallenden Objekten zu halten. Die Stadt Mazarrón veröffentlicht diese offiziellen Empfehlungen. Befolgen Sie örtliche Anweisungen.
Die praktische Schlussfolgerung: Entscheiden Sie sich nicht zwischen Mittelwind und Böen. Lesen Sie beide im Zusammenhang. Eine Zahl ohne Einheit, Zeitraum oder Ort ist eine unvollständige Information.
Lesen Sie auch unseren Ratgeber zu den Farben der Wetterwarnungen in Spanien.
Quellen geprüft am 3. September 2026. Titelbild: KI-generierte Illustration, keine Darstellung eines tatsächlichen Ereignisses. AEMET und Zivilschutz: Spanisch; Met Office: Englisch.
