Die Beaufortskala teilt Wind in dreizehn Stärken ein, von 0 —Windstille— bis 12 —Orkan. Sie entstand, um die Wirkung des Windes auf Schiff und Meer zu beschreiben; heute sind den Stufen gemessene Geschwindigkeitsbereiche zugeordnet. Besonders in Seewettervorhersagen bleibt sie gebräuchlich.

Beaufort ist weder Schadenskala noch vollständige Vorhersage. Üblicherweise wird der mittlere Wind klassifiziert, während eine kurze Böe deutlich schneller sein kann. Dieselbe Stärke erzeugt an der Küste auch nicht stets dieselben Wellen.

Beauforttabelle: Knoten und km/h

BeaufortÜbliche BezeichnungKnotenkm/h
0Windstille<10–1
1Leiser Zug1–31–5
2Leichte Brise4–66–11
3Schwache Brise7–1012–19
4Mäßige Brise11–1620–28
5Frische Brise17–2129–38
6Starker Wind22–2739–49
7Steifer Wind28–3350–61
8Stürmischer Wind34–4062–74
9Sturm41–4775–88
10Schwerer Sturm48–5589–102
11Orkanartiger Sturm56–63103–117
12Orkan64+>117

Durch unterschiedliche Rundung können Grenzen um einen Kilometer pro Stunde abweichen. Die Tabelle folgt dem niederländischen Wetterdienst KNMI, der Beaufort mit dem Zehn-Minuten-Mittel verknüpft. Ein Knoten entspricht genau einer Seemeile pro Stunde, rund 1,852 km/h.

Was beobachtet die Skala?

Ursprünglich sollte die Windstärke ohne Anemometer aus sichtbaren Wirkungen geschätzt werden. An Land zeigen Rauch, Blätter und Zweige niedrige Stufen. Bei 5 und 6 bewegen sich größere Äste und Regenschirme werden schwierig; bei 7 oder 8 fällt Gehen oder Radfahren gegen den Wind schwer. Der US National Weather Service führt solche Merkmale auf.

Auf See reicht die Entwicklung von glatter Oberfläche über Kräuselwellen und weiße Kämme bis zu verwehtem Schaum und organisiertem Seegang. Diese Zeichen ermöglichen Schätzungen; Instrumente messen genauer.

Warum Beaufort nicht die maximale Böe ist

Eine Beaufortstärke bezieht sich auf eine mittlere Geschwindigkeit über einen definierten Zeitraum. Eine Böe ist ein kurzer Anstieg darüber. Eine Vorhersage kann daher Stärke 5 im Mittel und gleichzeitig Böen in wesentlich höheren Bereichen nennen. Das widerspricht sich nicht.

Unser Ratgeber zu mittlerem Wind und Böen erklärt den Unterschied. Für kleine Boote, Radfahren, Höhenarbeiten oder provisorische Aufbauten kann die stärkste erwartete Böe wichtiger sein als die Beaufortzahl.

Warum dieselbe Stärke nicht dieselben Wellen erzeugt

Der Seegang hängt außer von der Geschwindigkeit von Winddauer, Wirklänge über Wasser —Fetch—, Tiefe, Strömungen und ankommender Dünung ab. Gerade einsetzende Stärke 6 nahe der Küste muss nicht dasselbe Meer erzeugen wie viele Stunden Stärke 6 über offenem Wasser.

Die signifikante Wellenhöhe ist eine eigene Größe und darf nicht automatisch aus Beaufort abgeleitet werden. Unser Ratgeber zu Wellenhöhe, Periode und Richtung zeigt das Zusammenspiel.

Häufige Stärken richtig einordnen

  • 0–3: Windstille bis schwache Brise; leichte Gegenstände und kleine Boote können bereits beeinflusst werden.
  • 4–5: mäßige bis frische Brise; weiße Kämme und Anstrengung gegen den Wind nehmen zu.
  • 6–7: starker bis steifer Wind; große Äste bewegen sich dauernd und Aktivitäten erfordern Erfahrung oder Aufschub.
  • 8–9: stürmischer Wind bis Sturm; Zweige können brechen, Schaum und Gischt mindern die Sicht.
  • 10–12: schwerer Sturm bis Orkan; äußerst gefährliche Bedingungen mit erheblichem Schadenspotenzial.

Diese Auswirkungen sind Richtwerte. Zustand von Bäumen, Gebäuden, Boden und losen Gegenständen verändert die tatsächlichen Folgen.

Orkanstärke bedeutet nicht zwingend Hurrikan

Beaufort 12 beschreibt Windintensität. Ein Hurrikan oder tropischer Wirbelsturm wird durch Aufbau und Entwicklung definiert, nicht allein durch einen lokalen Messwert. Auch ein außertropisches Tief oder Gewitter kann Böen in Orkanstärke erzeugen, ohne Hurrikan zu sein.

Das Met Office erläutert, dass Beaufort besonders in maritimen Vorhersagen fortbesteht. Prüfe, ob ein Bericht anhaltenden Wind, Mittelwert, Böen oder Beaufort nennt.

Beaufort praktisch nutzen

  1. Einheit und Mittelungszeitraum der Quelle feststellen.
  2. Mittleren Wind und vorhergesagte Spitzenböe trennen.
  3. An der Küste zusätzlich Höhe, Periode und Richtung der Wellen prüfen.
  4. Amtliche Warnungen beachten; Beaufort ersetzt sie nicht.
  5. Entscheidung an Aktivität, Erfahrung und örtliche Exposition anpassen.

Die Skala übersetzt abstrakte Messwerte in verständliche Wirkungen. Am besten verbindet man Beobachtungen, Instrumente, Vorhersage und Warnungen, statt aus einem einzelnen Baum das gesamte Wetter abzuleiten.