Sie sehen einen Blitz und hören einige Sekunden später den Donner. Aus dieser Verzögerung lässt sich die Entfernung zur Entladung einfach abschätzen: Sekunden zählen und durch drei teilen, um ungefähr Kilometer zu erhalten. Die Methode zeigt, ob die jüngsten Entladungen näher oder weiter entfernt stattfinden. Amtliche Warnungen ersetzt sie nicht, und eine bestimmte Entfernung ist niemals eine Sicherheitsgrenze.

Die schnelle Regel: Sekunden durch drei teilen

Das Licht des Blitzes erreicht uns auf diesen Entfernungen praktisch sofort. Schall breitet sich in Luft wesentlich langsamer aus – bei Bedingungen um 20 °C mit etwa 343 Metern pro Sekunde. Für einen Kilometer benötigt der Donner deshalb ungefähr drei Sekunden.

Geschätzte Entfernung in Kilometern = Sekunden zwischen Blitz und Donner ÷ 3.

  • 3 Sekunden: etwa 1 km.
  • 9 Sekunden: etwa 3 km.
  • 15 Sekunden: etwa 5 km.
  • 30 Sekunden: etwa 10 km.

Beginnt der Donner 12 Sekunden nach dem Blitz, lag diese Entladung ungefähr 4 km entfernt: 12 ÷ 3 = 4.

So messen Sie richtig

  1. Beginnen Sie beim Aufleuchten des Blitzes zu zählen.
  2. Stoppen Sie beim ersten Donnergeräusch, nicht erst am Ende des Grollens.
  3. Wiederholen Sie die Messung bei mehreren Blitzen, jedoch nur von einem geschützten Ort aus.
  4. Beobachten Sie den Trend: Kürzere Abstände sprechen dafür, dass die jüngsten Entladungen näher stattfinden; längere können auf eine Entfernung hindeuten.

Jede Berechnung beschreibt nur eine einzelne Entladung. Ein Gewitter erstreckt sich über ein größeres Gebiet; der nächste Blitz kann deutlich näher oder in einer anderen Richtung auftreten. Wolken, Berge und Gebäude reflektieren Schall und können das Donnern verlängern oder verändern.

Warum das Ergebnis nur ungefähr ist

Die Schallgeschwindigkeit variiert leicht mit der Lufttemperatur und weiteren atmosphärischen Bedingungen. Wind beeinflusst die Ausbreitung, und der Beginn des Donners ist nicht immer eindeutig. Das Ergebnis sollte daher gerundet und nicht als metergenaue Messung verstanden werden.

Berechnet wird die Entfernung von Ihrem Standort zu der Entladung, die genau diesen Donner erzeugte. Die Methode misst weder den Abstand zum Rand oder Zentrum der Gewitterzelle noch den Ort des nächsten Blitzes.

Wenn Donner hörbar ist: nicht weiter messen, sondern Schutz suchen

Nutzen Sie das Intervall nicht, um zu entscheiden, wie lange Sie draußen bleiben können. Hörbarer Donner bedeutet, dass elektrische Aktivität nahe genug für vorsichtiges Handeln ist. Suchen Sie ein festes geschlossenes Gebäude oder ein vollständig geschlossenes Fahrzeug auf. Meiden Sie Wasser, Bergkämme, freie Flächen, einzelne Bäume, Masten und Türme.

Die amtlichen Gewitterempfehlungen von MeteoSchweiz raten, Gewässer, exponiertes Gelände und herausragende Objekte zu meiden sowie bei Aktivitäten Schutzmöglichkeiten und Alternativrouten einzuplanen. Ergänzend erklärt unser Ratgeber, wie Sie sich bei einem Gewitter im Freien verhalten.

Zählmethode, Radar und Warnungen gemeinsam nutzen

Der Abstand zwischen Blitz und Donner ist eine unmittelbare lokale Beobachtung. Radar zeigt die Bewegung des Niederschlags, während amtliche Warnungen erwartete oder beobachtete Gefahren in einem größeren Gebiet beschreiben. Diese Informationen beantworten unterschiedliche Fragen und sollten zusammen betrachtet werden.

Prüfen Sie aktuelle Warnungen vor dem Aufbruch, verfolgen Sie die Entwicklung unterwegs und warten Sie nicht auf ein kurzes Intervall, bevor Sie Schutz suchen. Gewitter können ihre Zugrichtung ändern, sich rasch verstärken und Blitze außerhalb des deutlichsten Regengebiets erzeugen.

Kurz zusammengefasst

Zählen Sie die Sekunden vom Blitz bis zum Beginn des Donners und teilen Sie durch drei. Das Ergebnis ist die ungefähre Entfernung in Kilometern. Wiederholen Sie die Messung nur aus sicherer Deckung und beobachten Sie die Entwicklung. Die Entfernung zum letzten Blitz sagt nicht voraus, wo der nächste einschlägt. Bei hörbarem Donner gilt: aktuelle Informationen prüfen und Schutz suchen.