Manche Wolken wirken noch beleuchtet, wenn die Landschaft bereits dunkel ist. Leuchtende Nachtwolken zeigen feine blaue oder silbrige Fäden und gewellte Schleier. Sie erzeugen kein eigenes Licht, sondern reflektieren Sonnenlicht aus außergewöhnlich großer Höhe.
Weit über gewöhnlichen Wetterwolken
Die Weltorganisation für Meteorologie verortet sie in der Mesosphäre, ungefähr 80–85 km über dem Boden. Winzige Eiskristalle bilden sich an Staubteilchen. Es handelt sich nicht um tiefe Regenwolken und auch nicht um einen direkten Hinweis auf Niederschlag am Boden.
In der Höhe scheint noch die Sonne
Nach Sonnenuntergang geraten Boden und untere Luftschichten in den Schatten. Die sehr hohen Wolken können dagegen noch Sonnenlicht erhalten. Ihre hellen Strukturen heben sich vom dunkleren Hintergrund ab. Deshalb ist die Dämmerung entscheidend: Ein zu heller Himmel bietet wenig Kontrast.
Warum vor allem im Sommer?
Ausgerechnet im Sommer erreicht die Mesosphäre ihre tiefsten Temperaturen und ermöglicht dort die Eisbildung. Die Temperatur im Garten lässt sich daher nicht auf die Bedingungen viele Kilometer darüber übertragen. In Europa verbindet man Beobachtungen vor allem mit Sommernächten mittlerer und hoher Breiten. Dies ist keine Sichtbarkeitsprognose für November.
Beobachten und einordnen
Suchen Sie freie Sicht zum Dämmerungsbereich, im Nordsommer meist nach Norden. Gewöhnliche tiefere Wolken können vor der hellen hohen Schicht dunkel erscheinen. Wellenmuster und Silberfarbe helfen bei der Einordnung, aber ein bläuliches Foto allein reicht nicht. Notieren Sie Zeit, Ort und Blickrichtung; eine Bildfolge ist aussagekräftiger als ein Einzelbild.
Eine Sichtung ist nicht überall garantiert und in südlicheren Breiten ungewöhnlich. Verwechseln Sie die Wolken nicht mit Polarlichtern. Der Beitrag erklärt ein Phänomen und meldet kein aktuelles Ereignis. Das Titelbild ist eine generierte Illustration.
