Nach einem Schneefall können Park oder Straße anders klingen: weniger Hintergrundgeräusche und eine Ruhe, die nicht nur vom weißen Anblick kommt. Frischer Schnee verändert, wie der Boden Schall aufnimmt und reflektiert. Vollständige Stille ist damit jedoch nicht bei jedem Schneefall verbunden.

Eine Oberfläche mit vielen Zwischenräumen

Weicher Schnee enthält ein Netzwerk aus Kristallen und luftgefüllten Poren. Diese Struktur kann Schallenergie absorbieren, statt sie vollständig in die Umgebung zurückzuwerfen. Dadurch unterscheidet sich Schnee von hartem Pflaster. Das SLF führt die Wirkung auf die Porosität zurück; akustische Forschung bestätigt die Bedeutung der Schneestruktur für die Dämpfung.

Die Wirkung verändert sich

Schnee behält seine ursprüngliche Beschaffenheit nicht dauerhaft. Setzung, Verdichtung und Krustenbildung verändern seine akustischen Eigenschaften. Das NSIDC unterscheidet weichen, gut absorbierenden Schnee von harten Krusten und Eisflächen, die weniger absorbieren und stärker reflektieren können. Eine ähnlich hohe Schneedecke muss deshalb nicht gleich klingen.

Auch Geräuschquellen verändern sich

Die Universität Kentucky erklärt, dass Schneeflocken meist leiser auf Oberflächen treffen als Regentropfen. Weniger Verkehr und Aktivität können zusätzlich die Zahl der Geräuschquellen reduzieren. Das sind unterschiedliche Vorgänge: Weniger Schall zu erzeugen ist etwas anderes, als vorhandenen Schall im Boden zu absorbieren.

Ein einfacher Vergleich

Vergleichen Sie von einem sicheren Standort einen weich verschneiten Garten mit einem geräumten Gehweg daneben. Abstände und Schallquellen sollten möglichst ähnlich bleiben. Dies ersetzt keine Messung: Wind, Gebäude und Verkehr beeinflussen das Ergebnis. Ohne Instrumente und geeignetes Verfahren lässt sich keine belastbare Dezibelzahl angeben.

Ruhe belegt weder eine stabile Schneedecke noch Eisfreiheit. Prüfen Sie Vorhersagen, Warnungen und für Bergtouren den zuständigen Lawinenbericht. Das Titelbild ist illustrativ und zeigt keinen aktuellen Schneefall an einem bestimmten Ort.

Quellen

SLF · NSIDC · University of Kentucky