Ein Gewitter kann schneller eintreffen als erwartet, besonders im Gebirge, an der Küste oder an einem warmen Nachmittag. Es ist gefährlich, erst auf Regen zu warten: Wenn Donner hörbar ist, können Blitze bereits eine Gefahr darstellen. Dieser Ratgeber hilft, das Risiko zu verringern, ersetzt aber keine amtlichen Warnungen oder Anweisungen.

Vor dem Aufbruch: Fluchtweg planen

Prüfen Sie Vorhersage und amtliche Warnungen für Ort und Zeitraum Ihrer Aktivität. In Europa bündelt Meteoalarm Warnungen der nationalen Wetterdienste. Für örtliche Entscheidungen sollte zusätzlich die in der Warnung verlinkte nationale Quelle aufgerufen werden.

Ermitteln Sie vorab geschlossene Gebäude, Parkplätze und die benötigte Gehzeit. Im Gebirge kann ein früher Start sinnvoll sein, wenn Gewitter typischerweise nachmittags entstehen. Verwechseln Sie am Strand, an einem Stausee oder auf dem Campingplatz einen offenen Unterstand nicht mit einem sicheren Schutzraum.

Die praktische Regel: Donner hören heißt Schutz suchen

Eine Entfernungsberechnung durch Sekundenzählen ist nicht nötig. Reagieren Sie auf den ersten Donner: Aktivität abbrechen und unverzüglich ein festes, geschlossenes Gebäude oder ein vollständig geschlossenes Fahrzeug mit festem Dach und geschlossenen Fenstern aufsuchen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) empfiehlt, Aufenthalte im Freien zu vermeiden und Schutz zu suchen.

Welche Orte schützen?

  • Geschlossenes Gebäude: meist die beste Wahl. Halten Sie sich im Inneren von Fenstern, Türen, Elektrogeräten und Wasserleitungen fern.
  • Geschlossenes Fahrzeug mit festem Dach: eine sinnvolle Alternative, wenn kein Gebäude erreichbar ist. Vor allem die leitfähige Karosserie schützt, nicht die Reifen.
  • Kein sicherer Schutz: Zelte, Veranden, Wartehäuschen, offene Pavillons, Schuppen und einzelne Bäume.

Wenn Sie noch im Freien sind

Während eines Gewitters gibt es draußen keinen vollständig sicheren Ort. Geeigneten Schutz zu erreichen, bleibt oberstes Ziel. Verlassen Sie Gipfel, Grate, offene Felder und Strände; gehen Sie aus dem Wasser und entfernen Sie sich von Becken, Flüssen, Seen und Booten. Meiden Sie hohe Einzelbäume, Masten, Metallzäune und leitfähige Gegenstände.

Kann eine Gruppe nicht sofort Schutz erreichen, sollte sie sich verteilen, damit eine Entladung nicht mehrere Personen zugleich trifft. Solche Maßnahmen mindern nur einen Teil des Risikos und machen den Aufenthalt im Freien nicht sicher.

Camping, Wandern, Radfahren und Strand

  • Camping: Ein Zelt schützt nicht vor Blitzen. Ein erreichbares Gebäude oder Fahrzeug gehört deshalb in den Notfallplan.
  • Wandern: Kehren Sie um, bevor Sie auf einem Grat exponiert sind. Die Rückwegzeit ist Teil der Planung.
  • Fahrrad oder Motorrad: Halten Sie an und suchen Sie ein geschlossenes Gebäude oder Fahrzeug; bleiben Sie nicht neben dem Rad auf freier Fläche.
  • Strand und Wassersport: Verlassen Sie beim ersten Donner das Wasser und gehen Sie von der Uferzone zu einem geschlossenen Schutzort.

Wann darf die Aktivität fortgesetzt werden?

Das Ende des Regens bedeutet nicht das Ende der Blitzgefahr. Wetterdienste empfehlen, nach dem letzten Donner mindestens 30 Minuten zu warten, bevor man wieder ins Freie geht. Ist erneut Donner zu hören, beginnt die Wartezeit von vorn.

Wenn eine Person vom Blitz getroffen wurde

Eine getroffene Person bleibt nicht elektrisch geladen und kann gefahrlos berührt werden. Rufen Sie in der Europäischen Union sofort 112 an, prüfen Sie Reaktion und Atmung und folgen Sie den Anweisungen der Leitstelle. Bei fehlender normaler Atmung beginnen Sie mit Wiederbelebungsmaßnahmen, sofern Sie diese beherrschen, und verwenden Sie einen automatisierten externen Defibrillator, falls vorhanden.

Amtliche Quellen und Geltungsbereich

Dieser Informationsratgeber wurde am 4. September 2026 geprüft. Er beschreibt kein konkretes Ereignis und ist keine aktuelle Warnung. Befolgen Sie stets örtliche Warnungen und Anweisungen des Katastrophenschutzes.