Hat der Herbst begonnen, wenn es noch heiß ist? Nach dem meteorologischen Kalender ja. Verwirrung entsteht, wenn dasselbe Wort eine klimatische Einteilung, Astronomie und das draußen empfundene Wetter bezeichnet. Dieser Ratgeber bezieht sich auf die Nordhalbkugel, auf der Kontinentaleuropa liegt; er ist weder eine Vorhersage noch ein Bericht über aktuelle Warnungen.
Zwei Kalender für zwei verschiedene Fragen
Meteorologischer Herbst: vom 1. September bis zum 30. November. Er umfasst drei vollständige Monate, wie das KNMI in seiner Erklärung der Jahreszeiten erläutert. Diese Einteilung wird üblicherweise für klimatische Herbstbilanzen verwendet.
Astronomischer Herbst: beginnt mit der Tagundnachtgleiche im September, meist am 22. oder 23., und endet mit der Sonnenwende im Dezember. Das Met Office erklärt den Unterschied. Das genaue Datum der Tagundnachtgleiche ist für das jeweilige Jahr und die entsprechende Zeitzone nachzuschlagen.
Warum vollständige Monate zählen?
Eine feste Einteilung erleichtert den Vergleich von Statistiken verschiedener Jahre. Stellen Sie sich einen Bericht vor, der September, Oktober und November zweier Jahre vergleicht: Er muss denselben Zeitraum verwenden. Würde die Zählung jedes Jahr am ersten als kühl empfundenen Tag beginnen, wären die Zeiträume unterschiedlich. Dieses Beispiel veranschaulicht den Nutzen des Kalenders; es beschreibt keine tatsächliche Messung.
Der Kalender schaltet die Kälte nicht ein
Der Beginn einer Jahreszeit erzwingt keinen Wetterwechsel an diesem Tag. Météo-France beschreibt den Herbst als Jahreszeit der Gegensätze, in der milde und kalte Bedingungen wechseln. Ein warmer Septembernachmittag widerspricht daher nicht der meteorologischen Definition.
Ein Dreimonatsausblick entscheidet nicht über Ihren Samstag
AEMET veröffentlicht probabilistische Jahreszeitenvorhersagen. Sie beschreiben Szenarien für drei Monate, keinen täglichen Wetterkalender. Météo-France erläutert ihre Grenzen: Ein Dreimonatsmittel legt nicht das Wetter jedes einzelnen Tages fest.
Ein erfundenes Beispiel: Sie lesen „ein wärmerer Herbst als üblich“ und planen ein Picknick für einen bestimmten Samstag. Die Aussage beantwortet nicht, ob es beim Essen regnen wird. Auch „nasser“ bedeutet nicht, dass Sie jedes Wochenende absagen sollten. Dafür benötigen Sie örtliche Informationen näher am Termin.
Drei Prüfungen für Ihre Planung
- Klären Sie die Frage: Möchten Sie eine Klimabilanz verstehen oder entscheiden, wann Sie aufbrechen? Das sind unterschiedliche Anliegen.
- Konkretisieren Sie den Plan: Notieren Sie Ort, Route und Uhrzeit; „im Herbst durch Europa reisen“ ist zu allgemein für die Auswahl einer hilfreichen Vorhersage.
- Prüfen Sie passende Informationen: Sehen Sie kurz vor dem Aufbruch die örtliche Vorhersage und amtliche Warnungen nach. Für Spanien erklärt unser Ratgeber zu den AEMET-Warnfarben, wie Sie diese lesen.
Ein weiteres Beispiel: Ein Museumsbesuch und ein Mittagessen im Freien können am selben Tag in derselben Stadt stattfinden, benötigen aber unterschiedliche Ausweichpläne. Entscheiden Sie nicht allein anhand des Wortes „Herbst“, sondern beziehen Sie die Wetterinformationen auf Ihre tatsächliche Aktivität.
Welcher Herbst ist richtig?
Beide, solange die Definition genannt wird. Klären Sie bei Jahreszeitenvergleichen, welche Monate die Bilanz umfasst; suchen Sie für einen Ausflug eine Vorhersage. Der Kalender ordnet das Jahr, ersetzt aber keine Wetterinformationen.
Allgemeiner Ratgeber, geprüft am 3. September 2026. Titelbild: KI-generierte Illustration, kein Foto eines realen Ortes oder Wetterereignisses.
