Eine Straße kann nur feucht aussehen und dennoch kaum Haftung bieten. Dünnes, transparentes Eis lässt den dunklen Asphalt durchscheinen und wird deshalb oft als „Black Ice“ bezeichnet. Aus dem fahrenden Auto ist es schwer zu erkennen; die Haftung kann sich innerhalb weniger Meter ändern. Entscheidend ist, die begünstigenden Bedingungen zu erkennen und große Reserven einzuplanen.
Wie transparentes Straßeneis entsteht
Flüssiges Wasser kann auf der Fahrbahn gefrieren, oder Feuchtigkeit schlägt sich nieder und friert anschließend. Regen, Nebel, Schmelzwasser oder Kondensation mit nachfolgender Abkühlung kommen als Auslöser infrage. Die Straße muss nicht weiß wirken: Klares Eis sieht häufig nur nass oder leicht glänzend aus.
Streumittel verringern das Risiko, garantieren aber keine gleichmäßige Haftung. Der amtliche britische Highway Code für widrige Wetterbedingungen weist darauf hin, dass auch behandelte Straßen vereist bleiben können und der Bremsweg auf Eis bis zu zehnmal länger als auf trockener Fahrbahn sein kann.
Besonders gefährdete Stellen und Zeiten
- Brücken und Überführungen, die von oben und unten auskühlen.
- Kurven, Senken und schattige Abschnitte.
- Nasse Fahrbahnen nach Regen, Tauwetter oder Nebel, vor allem nachts und in der Morgendämmerung.
- Wechsel von Höhe und Exposition, bei denen griffige und glatte Stellen rasch aufeinanderfolgen.
Die Temperaturanzeige im Auto ist nur ein Hinweis. Einzelne Fahrbahnstellen können kälter sein als die am Fahrzeug gemessene Luft.
Warnzeichen
Achten Sie auf Reif am Straßenrand, an Pflanzen, Leitplanken oder der Windschutzscheibe, auf unregelmäßigen Glanz, weniger Spritzwasser und veränderte Abrollgeräusche. Eine plötzlich sehr leichte Lenkung oder nahezu lautlose Reifen können auf Haftungsverlust hindeuten. Kein einzelnes Zeichen beweist Glatteis; das Fehlen solcher Hinweise bedeutet ebenfalls keine Sicherheit.
Vor der Fahrt
- Prüfen Sie Vorhersage, offizielle Warnungen wie die Warnungen von AEMET und aktuelle Straßeninformationen.
- Verschieben Sie nicht notwendige Fahrten bei erwarteter verbreiteter Glätte.
- Befreien Sie Scheiben, Spiegel und Leuchten vollständig.
- Kontrollieren Sie Reifen, Luftdruck, Wischer und wintergeeignete Flüssigkeiten.
- Nehmen Sie auf langen oder abgelegenen Strecken warme Kleidung, ein geladenes Telefon und Notfallausrüstung mit.
Fahren bei möglichem Glatteis
Verringern Sie die Geschwindigkeit vor einem verdächtigen Abschnitt und vergrößern Sie den Abstand deutlich. Beschleunigen, lenken und bremsen Sie sanft; bremsen Sie möglichst vor der Kurve. Wählen Sie einen Gang, der die Antriebskraft gleichmäßig überträgt. Vermeiden Sie Überholen, schnelle Spurwechsel und abrupte Korrekturen.
Geeignete Reifen und Assistenzsysteme helfen, können aber keine Haftung erzeugen. Auch Allradantrieb verkürzt den Bremsweg auf Eis nicht automatisch.
Wenn das Fahrzeug rutscht
Bleiben Sie ruhig, schauen Sie in die gewünschte Fahrtrichtung und treten Sie weder Bremse noch Gas abrupt. Nehmen Sie sanft Gas weg und lenken Sie mit kleinen, gleichmäßigen Korrekturen. Die richtige Reaktion hängt von der Art des Rutschens, dem Fahrzeug, ABS und Stabilitätsregelung ab. Eine Pauschalregel wie „immer gegenlenken“ kann deshalb irreführen. Lassen Sie die Systeme arbeiten und beachten Sie die Betriebsanleitung. Wenn die Haftung zurückkehrt, reduzieren Sie das Tempo allmählich; halten Sie sicher an, falls die Bedingungen nicht beherrschbar sind.
Häufige Fehler
- Behandelte Fahrbahnen oder die Spuren anderer Fahrzeuge für sicher halten.
- Nach zu schneller Einfahrt in der Kurve stark bremsen.
- Zu dicht auffahren, weil alle langsam fahren.
- Glauben, Winterreifen, Allrad oder Elektronik beseitigten das Risiko.
Praktische Regel
Treffen Feuchtigkeit und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt zusammen, fahren Sie so, als könne Eis vorhanden sein: langsamer, mit mehr Abstand und sanften Eingaben. Vorausschau ist wirksamer als jedes Notmanöver.
