Auch ein ordentlich wirkender Balkon kann Gegenstände enthalten, die bei starken Böen verrutschen, zerbrechen oder herabfallen. Vorbeugen ist am sichersten, bevor das Ereignis beginnt. Bei Tageslicht und ruhigen Bedingungen lässt sich der Bereich besser prüfen, als wenn der Wind bereits das Gehen erschwert.
Böen sind wichtiger als der Mittelwind
Vorhersagen unterscheiden meist zwischen anhaltendem beziehungsweise mittlerem Wind und maximalen Böen. Auf Balkonen sind die Böen besonders relevant, weil sie Markisen, Sichtschutz, Möbel und Pflanzen kurzzeitig stark belasten. Gebäudehöhe, Ausrichtung und Durchgänge zwischen Häusern können die Luft lokal beschleunigen. Auf einer exponierten Terrasse kann es daher deutlich stärker wirken als auf Straßenniveau.
Prüfen Sie amtliche Warnungen für Ihren Ort und beginnen Sie früher, wenn zusätzlich Regen oder Gewitter erwartet werden oder das Ereignis nachts eintrifft. Warten Sie nicht, bis sich der erste Gegenstand bewegt.
Was nach drinnen gehört
- Kissen, Tischdecken, leichte Teppiche und Abdeckungen.
- Sonnenschirme und kippgefährdete Ständer.
- Kleine Töpfe, Gießkannen, Werkzeuge und Dekoration.
- Wäscheständer, Klammern und aufgehängte Wäsche.
- Spielzeug, leere Behälter und leichte Teile.
Wenn möglich, ist Wegräumen besser als improvisiertes Festbinden. Ein Seil kann sich lösen oder die Last auf ein Geländer übertragen, das nicht als Anschlagpunkt ausgelegt ist.
Pflanzkübel und Möbel
Nehmen Sie Töpfe von Brüstungen und Geländern. Stellen Sie sie auf den Boden, gruppiert an einer geschützten Innenwand. Abläufe und Ausgänge müssen frei bleiben. Große Möbel nur zusammenklappen oder gruppieren, wenn sie nach Herstellerangabe sicher befestigt werden können. Eine umgedrehte Tischplatte kann weiterhin wie ein Segel wirken.
Kontrollieren Sie trockene Äste, Rankhilfen, Gitter und Sichtschutz. Lose oder beschädigte Teile sollten vor dem Ereignis entfernt werden; Eigengewicht allein ist keine zuverlässige Sicherung.
Markisen, Pergolen und Sonnenschirme
Fahren Sie Markisen vollständig ein und schließen oder verstauen Sie Sonnenschirme, bevor der Wind zunimmt. Auch eine teilweise geöffnete Markise bietet eine große Angriffsfläche. Beachten Sie bei Pergolen und Verglasungen die Grenzwerte und Sicherheitsstellung des Herstellers; manche Stoffbahnen müssen demontiert werden.
Abschlusskontrolle von innen
- Türen und Fenster schließen und Verriegelungen prüfen.
- Gegenstände von Kanten und Außenseiten des Geländers entfernen.
- Abläufe und Fluchtwege freihalten.
- Vorhandene Schäden bei Bedarf fotografieren.
- Warnung und Gültigkeitszeitraum erneut prüfen.
Wenn der Wind bereits eingesetzt hat
Gehen Sie nicht hinaus, um bewegte Gegenstände einzufangen, und lehnen Sie sich nicht über das Geländer. Halten Sie bei Einschlägen Abstand zu Glas. Informieren Sie bei unmittelbarer Gefahr für Personen den Notruf oder die Gebäudeverwaltung. Befestigungen, Scheiben, Abläufe und verschobene Gegenstände erst nach Ende des Ereignisses sicher kontrollieren.
Das Grundprinzip lautet: Angriffsflächen verkleinern und alles entfernen, was zum Flugobjekt werden kann. Wenige Minuten Vorbereitung können Schäden innerhalb und außerhalb der Wohnung verhindern.
